Europäischer Markt für Pflanzenproteine – Analyse

Autor
Foodcom Experts
09.09.2020
9 min Lesen
Europäischer Markt für Pflanzenproteine – Analyse

Die EU als einer der weltweit führenden Getreideproduzenten

Etwa ein Viertel der Weizenernte der EU wird jedes Jahr exportiert. Die Hälfte des gesamten in der Europäischen Union produzierten Getreides entfällt auf Weizen. Mais und Gerste verzeichnen zwar weiterhin geringere Produktionsmengen, sind jedoch nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Gesamtproduktion. Der größte Teil der Ernte ist für den Futtermittelsektor bestimmt, das verbleibende Drittel ist für den menschlichen Verzehr vorgesehen, und lediglich 3 % werden zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet. Demgegenüber stehen bei den importierten Erzeugnissen vor allem Ölsaaten, Futtermittel und Reis.

Wie aus den am 27. August vom Ausschuss für die gemeinsame Organisation der Agrarmärkte veröffentlichten Daten zur Getreidemarktsituation in der Europäischen Union hervorgeht, wird die prognostizierte Getreideproduktion im Wirtschaftsjahr 2019/2020 steigen.

Die Getreideproduktion wird im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 % steigen und 294,2 Millionen Tonnen erreichen. Auch die gesamte Getreideanbaufläche wird zunehmen und voraussichtlich 53,1 Millionen Hektar erreichen, was einem Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weichweizen und Gerste werden voraussichtlich an Marktbedeutung gewinnen, und die Produktion dieser Rohstoffe wird sich erholen. Da die Produktion von Weichweizen und Gerste stetig zunehmen wird, wird sich auch der Export dieser Güter festigen. Gleichzeitig werden die Importe von Mais und Weichweizen zurückgehen. Die Gesamtgetreideproduktion variiert innerhalb Europas. Ein deutlicher Anstieg wird für Polen (31,6 Millionen Tonnen Getreide im Jahr 2020) und Spanien (24,1 Millionen Tonnen) prognostiziert. Im Jahresvergleich wird die Produktion in Polen und Spanien wie folgt steigen: um 10,2 % bzw. 26,0 %. Die Prognose zeigt, dass es in Frankreich zu einem deutlichen Rückgang der Getreideproduktion kommen wird, da diese im Jahresvergleich um 16,7 % sinken wird. Dieser Rückgang der französischen Ernte steht im Zusammenhang mit Niederschlagsdefiziten und Hitzewellen, die im August 2020 in der Region auftraten. Wie aus den von der Europäischen Kommission erhobenen Daten hervorgeht, war der Zeitraum vom 1. Juli bis zum 29. August 2020 für viele europäische Länder von extremen Wetterbedingungen geprägt. Auf der Balkanhalbinsel gab es übermäßige Niederschläge, während in Mitteleuropa bis hin nach Westeuropa Niederschlagsdefizite herrschten. Auf die Hitzewelle folgten Dürreperioden auf der westlichen Iberischen Halbinsel und in Nordeuropa. All diese ungünstigen Wetterbedingungen führten zu einem erheblichen Rückgang der Ernteerträge. Doch da die Lockdown-Maßnahmen aufgehoben werden und eine Stabilisierung der Wetterlage prognostiziert wird, scheint die Produktion bestimmter Rohstoffe stetig zu steigen.

Dem genannten Bericht zufolge ist die weltweite Produktion von Pflanzenölen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Gemäß der Prognose für 2020/2021 wird die weltweite Produktion dieser Öle bei rund 207 Millionen Tonnen liegen. Die Produktion von Pflanzenölen in Europa macht nur 7 % des Weltmarktes aus und verzeichnete in den letzten Jahren lediglich einen geringen Anstieg.

Die Pflanzenölproduktion in der Europäischen Union erreichte in der ersten Septemberwoche 15,2 Millionen Tonnen, womit diese Ernte auf dem gleitenden 5-Jahres-Durchschnitt liegt. Vergleicht man die Soja- und Sonnenblumenproduktion mit dem bereits erwähnten bereinigten Durchschnitt, so scheinen sie auf einem ähnlichen Niveau zu liegen, und zwar wie folgt: 3,2 Millionen Tonnen bzw. 4,1 Millionen Tonnen. Die Raps-Produktion ist hingegen leicht zurückgegangen und lag Anfang September bei 7,9 Millionen Tonnen, verglichen mit etwas mehr als 8 Millionen Tonnen im Jahr 2019.

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