Was ist eine Forfaitierung?
Die Forfaitierung ist eine Form der langfristigen Finanzierung im internationalen Handel, bei der ein Exporteur seine Forderungen mit einem aufgeschobenen Zahlungsdatum an ein Finanzinstitut, den sogenannten Forfaiteur, verkauft und dafür sofort Bargeld erhält. Das Hauptmerkmal dieser Lösung ist der fehlende Regressanspruch, d. h. der Exporteur trägt nicht das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit des Käufers – die volle Verantwortung für die Rückzahlung geht auf den Forfaitierer über.
Forfaitierung ist besonders nützlich bei hochwertigen Exportgeschäften, bei denen die Zahlungsbedingungen zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren liegen. Die Transaktionen werden oft durch Wechsel, Dokumentenakkreditive oder andere Schuldinstrumente abgesichert, was die Finanzierungssicherheit erhöht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Wie funktioniert Forfaitierung?
Der Forfaitierungsmechanismus beginnt damit, dass der Exporteur Waren oder Dienstleistungen an einen ausländischen Käufer zu Kreditbedingungen verkauft, z. B. mit einem Zahlungsaufschub von 180 Tagen. Der Exporteur überträgt dann seine Forderungen an den Forfaitierer, bei dem es sich um eine Bank oder ein anderes Finanzinstitut handeln kann. Im Gegenzug zahlt der Forfaiteur den Exporteur sofort aus und zieht eine Gebühr für die Übernahme des Risikos ab. Der Käufer zahlt den Forfaiteur dann nach einem festgelegten Zeitplan zurück. Dadurch kann der Exporteur das Kreditrisiko ausschließen und schnell auf Gelder zugreifen, die für weitere Geschäfte verwendet werden können.
2. Was sind die Hauptvorteile der Forfaitierung?
Ein Exporteur, der die Forfaitierung nutzt, erhält eine sofortige Zahlung für die Transaktion, wodurch die Notwendigkeit entfällt, auf die Zahlung des Vertragspartners zu warten. Ein weiterer bedeutender Vorteil ist die vollständige Beseitigung des Risikos der Zahlungsunfähigkeit des Käufers, da der Forfaiteur die volle Verantwortung für die Zahlung übernimmt. Darüber hinaus verbessert Forfaitierung die finanzielle Liquidität und ermöglicht Investitionen in neue Verträge, ohne dass eigene Sicherheiten verwendet werden müssen, da die Forderung selbst als Hauptsicherheit für die Transaktion dient. Andererseits erhält der Käufer die Möglichkeit, eine längere Zahlungsfrist zu erhalten, und vermeidet die Notwendigkeit, einen eigenen Bankkredit in Anspruch zu nehmen.
3. Wie unterscheidet sich Forfaitierung von Factoring?
Der grundlegende Unterschied zwischen Forfaitierung und Factoring besteht im Umfang und in der Art der Transaktionen. Forfaitierung umfasst in der Regel große, einzelne Exporttransaktionen mit langen Zahlungsfristen, während Factoring hauptsächlich im Binnenhandel eingesetzt wird und viele kleinere Forderungen mit kürzeren Zahlungsfristen umfasst. Außerdem erfolgt die Forfaitierung immer ohne Regress, d. h. der Exporteur haftet nicht für die Zahlungsunfähigkeit des Käufers – im Gegensatz zu einigen Formen des Factorings, die einen Regress beinhalten können.
4. Welche Finanzinstrumente werden bei der Forfaitierung eingesetzt?
Bei Forfaitierungsgeschäften werden üblicherweise verschiedene Zahlungssicherungsinstrumente eingesetzt. Dazu gehören Handelswechsel, die den Käufer zur Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist verpflichten, Dokumentenakkreditive, die von der Bank des Käufers als Zahlungsgarantie ausgestellt werden, und Bankgarantien, die im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Käufers zusätzliche Sicherheit bieten.
5. In welchen Branchen wird Forfaitierung eingesetzt?
Forfaitierung ist besonders in Branchen beliebt, die hohe finanzielle Aufwendungen und langfristige Zahlungen erfordern. In der industriellen Produktion wird sie häufig für den Verkauf von Maschinen, Geräten und Produktionslinien eingesetzt. Im Rohstoffhandel wird Forfaitierung für Transaktionen mit großen Warenmengen wie Öl, Stahl oder Holz eingesetzt. Forfaitierung wird auch bei Infrastrukturprojekten wie dem Bau von Straßen, Kraftwerken oder Industrieanlagen eingesetzt.
Forfaitierung ist eine effektive Methode der Exportfinanzierung, die das Risiko der Insolvenz des Vertragspartners eliminiert, sofortige Liquidität bereitstellt und den internationalen Handel erleichtert, insbesondere bei großen Transaktionen mit Zahlungsaufschub.